Vor über 50 Jahren war ich stolz, wenn ein Kunde weiter als zwei Kilometer entfernt wohnte.

  • Vor über 50 Jahren war ich stolz, wenn ein Kunde weiter als zwei Kilometer entfernt wohnte.


    Heute kommen unsere Kunden aus Südkorea, Thailand, Malaysia, USA, Kanada, Australien, Neuseeland, und aus ganz Europa.


    Dazwischen liegen mehr als fünf Jahrzehnte Selbständigkeit. Als ich Mitte der 70er Jahre angefangen hatte, war ich noch keine
    zwanzig Jahre alt.


    Alles begann in einer alten Autogarage.


    Mein Horizont war sehr klein. Nicht, weil ich ihn klein halten wollte, sondern weil ich
    noch gar nicht wusste, was alles möglich sein kann. Man denkt in diesem Alter nicht
    in Jahrzehnten. Man denkt von einem Tag zum nächsten.


    Meine größte Sorge damals war eine sehr einfache und ehrliche: Überleben.


    Als junger Kerl ohne Geld und ohne Rücklagen bleibt einem nichts anderes übrig. Man steht morgens auf, arbeitet hart, und hofft, dass wieder ein Auftrag kommt.



    Die Welt war viel stiller damals. Kein Internet. Keine sozialen Medien, auch keine Plattformen.


    Das Wichtigste für mich als junger Handwerker war etwas ganz anderes: Die Empfehlung meiner zufriedenen Kunden.


    Wenn damals jemand sagte: "Fahr mal zu dem jungen Mann da, der macht das sehr ordentlich“, da kannst du dich drauf verlassen, dann war das für mich mehr wert als jede Anzeige.


    So wuchs alles langsam. Schritt für Schritt. Auftrag für Auftrag.
    Aus der alten Garage heraus, bis zu unserem heutigen Unternehmen.



    Wenn ich heute nach über 50 Jahren auf diesen Weg zurückblicke,
    empfinde ich vor allem eines: Demut.



    Es war damals eine harte Zeit voller Entbehrungen. Viele Nächte habe ich bis in den frühen Morgen hinein gearbeitet, um die Kundenwagen fertig zu bekommen, damit meine Auftraggeber ihn morgens wieder vor der Tür stehen hatten und damit zur Arbeit fahren konnten.


    Ein paar Stunden Schlaf, und dann ging es wieder weiter. Weihnachten, Ostern und im Sommer, immer durch. Nicht, weil es so romantisch war. Sondern weil es für mich existenziell und notwendig war.




    Mein Traum damals war ganz einfach: Freiheit. Unabhängigkeit. Auf eigenen Beinen stehen.


    Endlich seinen eigenen Weg gehen zu können. Und irgendwann eine eigene Auto-Werkstatt zu haben. Stein für Stein. Werkzeug für Werkzeug. Heute, fünf Jahrzehnte später, hat sich vieles verändert.





    Was damals erst in der Garage, dann im Norden von Oberhausen begann, hat sich still und leise über die ganze Welt verteilt.



    Allein heute verlassen wieder drei Motoren unsere Werkstatt:

    ein 992 GT3 Cup Motor

    ein 997 Carrera 4S Motor

    ein 996 Carrera Motor


    Motoren, die sich jetzt auf den Weg in die Welt machen, um irgendwo wieder das zu tun, wofür sie von uns gebaut wurden: Lieben Menschen, Porschefahrern die Freude am Fahren zu schenken.



    Wenn ich heute zurückblicke, empfinde ich vor allem eines: Dankbarkeit.

    Für das Vertrauen unserer vielen Kunden. Für die vielen Jahre Arbeit.

    Und dafür, dass ich auch heute noch jeden Morgen mit derselben
    Leidenschaft in unsere Werkstatt gehen darf.


    Manche nennen das Arbeit. Für mich war es immer
    eine Form der Passion auf meinem Lebensweg.


    In diesem Sinne geht es weiter, allen herzliche Grüße

    Jürgen Albert

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