SEHEN - URTEILEN - HANDELN

  • SEHEN – URTEILEN – HANDELN

    In dieser Reihenfolge habe ich meinen Kindern beigebracht, ihre Entscheidungen zu treffen:

    Zuerst die Realität wahrnehmen, sie dann nüchtern bewerten und daraus konsequent handeln.



    Dieses Prinzip ist kein theoretisches Ideal, sondern die gelebte Praxis. Wenn ich ein Problem habe, schaue ich es mir genau an, analysiere die Ursachen und treffe anschließend eine Entscheidung, die auf ein klares Ziel ausgerichtet ist. Genau so arbeiten wir auch in unserem Unternehmen seit mittlerweile fünf Jahrzehnten.


    Unsere Probleme werden nicht verwaltet, sondern gelöst.

    Umso ernüchternder ist der Blick auf die politische Realität in unserem Land. Dort scheint dieses oder ein adäquates Prinzip kaum oder keine Anwendung zu finden. Statt eines klaren Dreiklangs aus Sehen, Urteilen und Handeln entsteht zunehmend der Eindruck einer Politik nach dem Zufallsprinzip. Kurzfristig, sprunghaft und ohne erkennbare Linie.


    Das ist keine Polemik. Das ist die nüchterne Beschreibung des aktuellen Zustandes.

    Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, Deutschland hat ein Handlungsproblem.


    Die Leistungsträger dieses Landes stehen jeden Morgen auf, gehen arbeiten, zahlen ihre viel zu hohen Steuern und tragen die Verantwortung für sich und ihre Familien und Unternehmen.

    Sie wissen sehr genau, wo die Probleme liegen. Sie sehen sie täglich, ob im Betrieb, im Alltag, oder im direkten Umfeld. Doch genau diese Menschen haben weder die Zeit noch den Glauben daran, dass ihr Engagement außerhalb ihres eigenen Wirkungskreises noch irgendetwas verändert.


    Gleichzeitig breitet sich eine Gleichgültigkeit aus, die gefährlicher ist als jeder offene Konflikt. Viele Millionen Menschen verzichten auf ihr Wahlrecht, nicht aus Überzeugung, sondern aus purer Resignation, aus Frust oder inzwischen auch aus schlichtem Desinteresse an dem was geschieht.

    Wer nicht wählt, verzichtet nicht nur auf Einfluss, er gibt ihn ab.

    Hinzu kommt eine Entwicklung, in der viele Teile der Gesellschaft kaum noch einen Anreiz verspüren, bestehende Zustände zu hinterfragen oder ein gewisses Maß an Verantwortung zu übernehmen. Wo die Eigenverantwortung schwindet, verschwindet auch der Wille zur Veränderung.


    Das Ergebnis ist eine Schieflage:

    In einem Land, in dem die Falschen laut sind, und die Richtigen schweigen. Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten. Sondern weil sie nicht mehr daran glauben, dass es überhaupt noch gehört oder bemerkt wird, was sie denken und was sie sagen.


    Und genau hier liegt der entscheidende Punkt. Ein funktionierender Staat lebt nicht allein von Ordnung, Gesetzen oder wirtschaftlicher Stärke. Er lebt von der aktiven Beteiligung seiner Bürger, von deren Willen, derer Verantwortung, sich zu kümmern, aufzupassen, Missstände zu benennen und auch deren Veränderungen einzufordern und mit anzuschieben.


    Wenn uns dieser Wille in der Mitte der Gesellschaft verloren geht,
    entsteht kein stabiler Zustand mehr. Es entsteht ein Stillstand.


    Und Stillstand war noch nie die Stärke dieses Landes.
    Denn Stillstand ist der Rückschritt, den wir aktuell erleben.


    Der Weg zurück kann daher nur über einen Weg führen:

    Zurück zu dem klaren Prinzip: Sehen, Urteilen, Handeln!

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