Liebe Alle,
ein Punkt, der in der öffentlichen Debatte zu kurz kommt, sind die wirtschaftlichen Interessen rund um den Ukraine Krieg.
Denn so hart es klingen mag, Kriege sind nicht nur geopolitische Konflikte, sondern immer auch wirtschaftliche Ereignisse, mit klaren Gewinnern und Verlierern. Ich erinnere an die Direktive: Investieren dann, wenn die Kanonen donnern!
Zunächst ist da die Rüstungsindustrie. In den USA und in Europa haben Unternehmen seit Kriegsbeginn massive Auftragsschübe erhalten. Man schaue sich nur die Aktienkurse der Rüstungsunternehmen an.
Die steigenden Verteidigungsetats der NATO-Staaten sorgen langfristig für volle Auftragsbücher. Das schafft wirtschaftliche Anreize, die, zumindest indirekt, massiv Einfluss auf politische Entscheidungen haben.
Ein zweiter großer Bereich ist der Energiemarkt. Durch den Wegfall günstiger Energie aus Russland hat sich Europa neu ausgerichtet. Flüssiggasimporte, insbesondere aus den USA, sind stark gestiegen, natürlich zu deutlich höheren Preisen. Das hat die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Industrien, besonders der von Deutschland, stark belastet, während "andere Akteure" massiv davon profitieren und ihre eigene Wirtschaft sanieren.
Hinzu kommen strategische Interessen. Die wirtschaftliche Schwächung Russlands durch Sanktionen ist politisch so gewollt, hat aber gleichzeitig enorme globale Nebenwirkungen, etwa steigende Preise, gestörte Lieferketten und wirtschaftlichen Druck auf viele Länder außerhalb Europas.
Gleichzeitig entstehen neue Handelsströme und Partnerschaften,
von denen wiederum bestimmte Staaten ebenfalls profitieren.
Auch innerhalb der Ukraine selbst geht es langfristig um wirtschaftliche Perspektiven: Wiederaufbau, Investitionen, Zugang zu Rohstoffen und Märkten. Schon jetzt positionieren sich Unternehmen und Staaten für die Zeit nach dem Krieg.
All das bedeutet nicht, dass dieser Krieg "nur" aus wirtschaftlichen Motiven geführt wird. Aber es zeigt mir, dass wirtschaftliche Interessen eine reale Rolle spielen und dass es Akteure gibt, die zumindest teilweise von der aktuellen Situation enorm profitieren.
Gerade deshalb wäre es umso wichtiger, politische Entscheidungen konsequent a
m Ziel eines schnellen Friedens auszurichten, und nicht an den Interessen derjenigen,
die aus einem langen Konflikt enorme Vorteile ziehen.
"Follow the money" und die mutmaßlich undurchsichtigen Dinge werden abrupt klarer!