Warum sollte man 0 oder 5 W 40 Motorenöl in neueren Porsche Motoren 10 W 60 Motorenöl vorziehen?

  • Liebe Alle,


    ob man in einem Porsche-Motor dünneres oder dickeres Motoröl verwenden sollte, hängt von mehreren Faktoren ab:

    • Motortyp,
    • Einsatzbedingungen (z. B. Rennstrecke vs. Alltag),
    • Umgebungstemperaturen und Herstellervorgaben.

    Dünneres Motoröl (z. B. 0W-40 oder 5W-30) hat gegenüber dickerem Öl (z. B. 15W-50 oder 20W-60 oder 10 W-60 ) durchaus Vorteile, insbesondere bei modernen Porsche-Motoren.


    Hier sind die wichtigsten Gründe, warum man dünneres Öl bevorzugen kann:

    Vorteile von dünnerem Motoröl in Porsche-Motoren:

    1. Besserer Kaltstartschutz

    • Dünneres Öl fließt bei niedrigen Temperaturen deutlich schneller an die Schmierstellen.

    • Es erreicht kritische Motorteile wie Lager und Nockenwellen früher, das reduziert deutlich den Kaltstartverschleiß.

    • Besonders wichtig bei wassergekühlten 996, 997 oder 991-Modellen, die häufig im Alltag bewegt werden und die ohnehin schon unter erhöhem verschleiß, gerade in der bekannten Kolben-Zylinder Thematik leiden..

    2. Effizienz & Leistung

    • Dünneres Öl reduziert die Reibung im Motor, was den Verbrauch senkt und die Leistung steigern kann.

    • Moderne Porsche-Motoren sind geradezu auf solche Öle konstruiert (z. B. DFI-Boxer ab 997.2).

    3. Kompatibilität mit modernem Motordesign

    • Neue Motoren haben engere Toleranzen, dickes Öl , z.B. 10 W 60 kann dort zu hohem Öldruck und damit zu mangelhafter Schmierung führen.

    • Porsche schreibt z. B. für 991/992 serienmäßig 0W-40 oder 5W-40 vor (nach der Porsche A40-Spezifikation).

    • Wir empfehlen sogar vollsynthetische Motorenöle auf Esther Basis!

    4. Schnellerer Öldruckaufbau

    • Gerade bei Hochdrehzahl-Motoren ist wichtig: Dünnes Öl baut schneller Druck auf und erreicht schneller die Hydrostößel und bei Turbo Fahrzeugen, die Turbolader.

    Wann ist denn dann dickeres Öl sinnvoll(er) ?

    • Klassische luftgekühlte Modelle (z. B. 911 G-Modell, 964, 993): Diese Motoren haben größere Toleranzen und laufen bei hohen Öltemperaturen. Hier sind 10W-60 Öle ,15W-50 oder 20W-50 Öle oft besser geeignet.

    • Rennbetrieb bei hohen Außentemperaturen: Dickere Öle behalten bei extremsten Bedingungen ihre Viskosität und verhindern einen Ölfilm-Abriss.

    • Hoher Ölverbrauch/Ölleckagen: In älteren Motoren mit Verschleiß kann dickeres Öl helfen, den Verbrauch etwas senken.

    Unsere Empfehlung für die Porsche Motoren - Praxis:

    Modell/TypStraßeneinsatz (Alltag)Sportlicher Einsatz / Trackday
    997.2 / 991 / 992 (wassergekühlt)0W-40 oder 5W-40 (Porsche A40)0W-40 oder 5W-50 oder 10W-60 bei Track-Einsatz
    996 (wassergekühlt)5W-4010W-50 bei sehr hoher Belastung
    964 / 993 (luftgekühlt)0W-40 - 15W-5010W-60 - 20W-50 bei heißen Bedingungen


    Fazit:

    Dünneres Motoröl ist bei modernen Porsche-Motoren klar im Vorteil, weil es besser zu den thermischen Anforderungen, Toleranzen, Betriebsbedingungen und den Gegebenheiten des Verschleißes passt.
    Vorausgesetzt ist eine Porsche-Freigabe (z. B. A40) besitzt.

    Bei klassischen oder bereits stark beanspruchten Motoren ist dickes Öl dagegen manchmal die bessere Wahl.


    Bei Rückfragen antworte ich gern!

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