Die PayPal-Falle
Wenn der PayPal-Käuferschutz zum alleinigen Lieferantenrisiko wird
Ein Erfahrungsbericht aus dem internationalen Warenhandel von Albert Motorsport:
In der heutigen globalisierten Wirtschaft ist der internationale Handel für Albert Motorsport eine zentrale Einnahmequelle. Dank Digitalisierung sind grenzüberschreitende Geschäfte einfacher denn je, doch gleichzeitig lauern neue Risiken, die selbst erfahrene Händler, wie Albert Motorsport, spürbar treffen können.
Ein aktueller Fall aus unserem Haus zeigt uns heute drastisch, wie das vermeintlich sichere
Zahlungssystem PayPal für Lieferanten und Händler zu einem existenziellen Risiko werden kann:
Der Fall: Maßanfertigung für einen Porsche 991 Cup, vorab bezahlt und doch alles verloren!
Vor über einem Jahr bestellte ein Kunde aus den USA bei uns speziell angefertigte Carbonteile für seinen
Porsche 991 Rennwagen, ein Auftrag im sehr hohen vierstelligen Bereich.
Die Produktion der Sonderanfertigung beanspruchte rund drei Wochen.
Material, Arbeitszeit, Maschinen und Logistik wurden vollständig von uns
vorfinanziert. Die Zahlung erfolgte via PayPal, per Kreditkarte des Kunden.
Nach erfolgreicher Fertigung und fristgerechtem Versand, inklusive aller notwendigen
Export- und Zolldokumente, Fracht, Verpackung galt der Auftrag für uns als abgeschlossen.
Doch über ein Jahr später wurde der Auftrag hier und heute für uns zum Alptraum:
Der Kunde initiierte eine Rückbuchung über sein Kreditkartenunternehmen mit der Begründung,
die Lieferung sei "nicht korrekt" und er habe das nun erst bemerkt.
Trotz klarer Kommunikation, Bildmaterial, schriftlicher Bestätigung und Auftragsdokumentation behauptete er plötzlich, die Ware sei falsch, und verweigerte die Annahme jeglicher Lösungsvorschläge. Selbst unsere Bitte, die für ihn maßgeschneiderte Ware an unseren US-Vertreter zurückzugeben oder zu tauschen, schlug fehl. Der Kunde lehnte ab, mit Verweis auf die Versandkosten und darauf, dass er sich inzwischen anderweitig versorgt habe und unseren Artikel nicht mehr brauche.
Daraufhin bucht PayPal uns heute nicht nur den vollständigen Kaufbetrag, sondern auch
sämtliche Nebenkosten (Versand, Zoll, Handling) ohne Rückfrage von unserem Konto ab
und setzt uns unter den Zwang zur Rückzahlung der abgebuchten Summe.
Das Problem: Käuferschutz ohne Verkäuferschutz!
Für uns als Lieferant und Hersteller bedeutete das konkret:
-
Die Ware wurde produziert und ordnungsgemäß geliefert.
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Eine Rückholung war uns nicht mehr möglich.
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Eine rechtliche Handhabe gegen den Käufer existiert nicht.
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PayPal verweigerte jede Unterstützung, mit dem Hinweis,
dass der Fall über das Kreditkarteninstitut laufe und man
darauf keinen Einfluss habe, wie die Käuferbank entscheide.. -
Die Bank des Kunden war / sei zu keinem Dialog bereit, laut PayPal.
Das Ergebnis: 100 % Verlust für Albert Motorsport!
Ein finanzieller Schaden in der Höhe eines gebrauchten Kleinwagens,
ohne Produkt, ohne Geld, ohne erkennbare Rechtsmittel.
Ein rechtliches Vakuum für uns als Hersteller und Lieferanten!
Der sogenannte "Käuferschutz“, und auch der "Verkäuferschutz" mit dem PayPal weltweit wirbt,
schützt in Wahrheit nur einseitig den Käufer, selbst nach über einem Jahr und bei individuellen
Sonderanfertigungen, die nicht wiederverwertbar und nicht rückgabefähig sind.
PayPal tritt nicht als neutraler Vermittler auf, sondern agiert als reiner Zahlungsdienstleister.
Sobald eine Rückbuchung durch das Kreditkartenunternehmen erfolgt, sind die Richtlinien
laut PayPal eindeutig:
Kein Mitspracherecht für den Verkäufer. Kein Einspruchsrecht. Kein Schutz.
Konsequenzen und Empfehlungen:
Dieser Vorfall hat uns drastisch vor Augen geführt, wie hoch riskant internationale Geschäfte
über PayPal sein können, insbesondere bei Sonderanfertigungen und hochpreisigen Produkten.
Unsere Empfehlungen an andere Unternehmen lautet:
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Keine Sonderanfertigungen ohne individuellen Vertrag mit klaren Zahlungsbedingungen und Haftungsregelungen.
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Jeglicher Verzicht auf PayPal als alleiniges Zahlungsmittel, insbesondere bei Kunden außerhalb der EU.
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Nur Vorkasse ausschließlich per Überweisung, so lässt sich eine Rückbuchung wirksam verhindern.
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Zusätzliche Absicherung durch Transportversicherungen oder Treuhandlösungen bei Auslandslieferungen.
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Dokumentation und rechtliche Absicherung bei Sonderanfertigungen immer schriftlich und bildlich festhalten.
Unser Fazit:
PayPal mag aus Kundensicht bequem und sicher erscheinen.
Doch für Lieferanten und Hersteller kann es zur:
PayPal Falle mit hohem wirtschaftlichem Risiko werden.
Ohne Verkäuferschutz, ohne Pfand, ohne rechtliche Rückgriffsmöglichkeiten
bleibt im Streitfall oft nur der vollständige Verlust für den Verkäufer.
Unser Rat an alle Händler:
Prüfen Sie Ihre Zahlungsmethoden sorgfältig. Seien Sie vorsichtig bei Geschäften außerhalb des
EU-Raums. Und setzen Sie nicht blind auf Systeme, die nur eine Seite schützen.
Anmerkung:
Wir haben in diesem Fall Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet.
Der Vorgang wird derzeit juristisch geprüft. Weitere rechtliche Schritte
auch gegen PayPal behalten wir uns derzeit ausdrücklich vor.