Thorsten KrügerSorry Jürgen, aber der Mann geht gar nicht mehr... wer Putin vergöttert....
Jürgen AlbertThorsten Krüger Andere vergöttern Trump, sind die besser?
Thorsten KrügerJürgen Albert Nein, sind sie nicht. Aber wer vergöttert denn den Trump?
Jürgen AlbertThorsten Krüger Die Frage, wer wen "vergöttert", führt am eigentlichen Punkt vorbei. Es ist entscheidend, ob die Kritik von Schröder inhaltlich trägt oder nicht. Wer stattdessen mit Zuschreibungen arbeitet, ersetzt Argumente durch Etiketten, und das bringt die Debatte um die Zukunft unseres Landes nicht wirklich weiter.
Dass es Menschen gibt, die Trump oder Putin unkritisch feiern, halte ich für problematisch, aber auch das ändert nichts daran, dass man politische Aussagen nach ihrem Gehalt bewerten sollte, nicht nach der Person, die sie äußert.
Thorsten KrügerJürgen Albert
Der dargestellte Geamttext ist kein Werk von Gerhard Schröder.... richtig?
Es wird lediglich, in einer kurzen Passage, Gerhard Schröder teilzitiert.
- - -In seinem Gastbeitrag in der Berliner Zeitung beschreibt der ehemalige Bundeskanzler ein Deutschland, das politisch blockiert, wirtschaftlich geschwächt und gesellschaftlich tief verunsichert ist. Er spricht von einer Regierung, die sich in Ideologie verstrickt hat, statt Verantwortung zu übernehmen. Von Entscheidungen, die das Land spalten, statt es zu stärken. Und von einer politischen Klasse, die den Kontakt zur Realität verloren hat. - - -
Das mag im Großen und Ganzen richtig sein und ist auch von verschiedenen anderen Seiten so beschrieben worden.
In der näheren Vergangenheit habe ich zwei Interviews von ihm gesehen, wo er sich nach meiner Einschätzung nicht mit Ruhm bekleckert hat.
Ein alter, uneinsichtiger Ex-Sozialist, der sich inzwischen auf die kapitalistische Seite geschlagen hat und sich sein Auskommen von einem Kriegsverbrecher bezahlen lässt.
Seine Erfolge mit der Agenda 2010 sind unbestritten. Heute tut er mir nur noch leid. ..
Jürgen AlbertThorsten Krüger Richtig, es wird nur eine Passage unterhalb des Bildes zitiert, und genau darum ging es mir im Kern: Die beschriebenen Zustände stehen im Raum, unabhängig davon, von wem sie kommen.
Dass du die Person Schröder so bewertest, ist dein gutes Recht. Nur ersetzt das keine Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Punkten. Zumal du selbst schreibst, dass die Beschreibung "im Großen und Ganzen richtig" ist, das sehe ich genauso.
Für mich war in dem Zusammenhang bemerkenswert, dass ausgerechnet ein ehemaliger SPD-Kanzler und prägende Führungspersönlichkeit die aktuelle Lage deutlich anders bewertet als die heutige Parteiführung. Das deutet aus meiner Sicht auf eine klare inhaltliche Verschiebung innerhalb der SPD hin.
Dass sich diese Entwicklung auch in den sinkenden Umfragewerten widerspiegelt, erscheint vor diesem Hintergrund zumindest nachvollziehbar, und genau darauf zielte mein Beitrag ab. Die Frage ist daher weniger, wer es sagt, sondern warum solche Einschätzungen inzwischen selbst aus den eigenen Reihen kommen.
Thorsten KrügerJürgen Albert also habe ich mich doch damit auseinandergesetzt.
Die heutige "Parteiführung" der SPD gibt es gar nicht mehr. Ich vertrete grundsätzlich ja Deinen Standpunkt. Ein Gerhard Schröder ist es aber nicht weit als Maßstab erwähnt zu werden
Jürgen AlbertThorsten Krüger Schau mal, ich habe doch genau das gemacht. Ich habe deine inhaltliche Einordnung aufgegriffen und sogar zugestimmt, dass die Beschreibung "im Großen und Ganzen richtig“ ist. Genau darauf baut mein Punkt ja auf.
Mir ging es nicht darum, Gerhard Schröder als Maßstab zu setzen oder ihn persönlich zu bewerten, sondern darum, dass solche Einschätzungen überhaupt aus diesem politischen Spektrum kommen. Das ist für mich der eigentlich interessante Aspekt.
Denn wenn Kritik nicht nur von außen, sondern aus den eigenen Reihen (oder zumindest aus der eigenen politischen Tradition) formuliert wird, dann deutet das auf ein tiefergehendes Problem hin, unabhängig davon, wie man die Person selbst bewertet.
Und genau deshalb halte ich die Diskussion über Inhalte für wichtiger als die Diskussion über Personen. Die eigentliche Frage bleibt ja bestehen ... Warum werden diese Punkte überhaupt so formuliert, und warum finden sie selbst intern Zustimmung?